| Sehr geehrte Leserschaft, Stimmt es, dass wir immer Glück im Unglück haben? Ist in jedem Fluch ein Segen verborgen? Zugegeben, das ist nicht immer leicht zu entscheiden; dennoch sind wir davon überzeugt. Im neuen Wochenabschnitt lesen wir, wie Menschen sich reinigen mussten, die an einer seltenen leprösen Krankheit namens Zaraat litten (dieses Wort hat eine unheimliche Ähnlichkeit mit Zorres!). Die Parascha zählt verschiedene Symptome auf: am Körper, an den Kleidern und sogar an Hauswänden. Wenn die Flecken im letzteren Fall nach einer Quarantäne nicht verschwanden, musste man die Steine durch neue ersetzen. Stellen Sie sich vor, Ihr Haus wird beschädigt. Ist das ein Segen oder ein Fluch? Zweifellos fühlten die Eigentümer sich damals nicht gesegnet. Doch unsere Weisen berichten, dass solche Fälle bei den Israeliten im Heiligen Land oft vorkamen. Die früheren kanaanitischen Bewohner pflegten ihre Schätze in den Hauswänden zu verstecken, so dass ein Israelit sie nur fand, wenn er die Steine entfernte. Wenn das geschah, wurde aus einem armen, unglücklichen Zoraat (Zorres)-Geschädigten schnell der reiche Erbe eines neuen Vermögens. Gold, Silber und andere Wertsachen färbten die dunkle Wolke plötzlich hell – aus einem Fluch wurde ein Segen. Gut Schabbes |